8. März 2010

Näh-Atelier

Die Nähmaschine war bis vor einiger Zeit in einem Schrank versorgt. Bei Bedarf holten wir sie hervor und nähten meistens am Küchentisch. Das hat sich jetzt geändert! Denn nachdem Sara kürzlich ihre ersten Nähversuche an der Maschine gemacht hatte, richtete sie danach kurzerhand ein Näh-Atelier ein! Näh-AtelierDer Platz dort (unter einer Treppe) ist wirklich nicht gross, doch es reicht nebst dem Nähplatz immerhin sogar für einen kleinen Stoffladen mit Stoffresten, Nähnadeln, Schere, Papierrolle für Schnittmuster, Gummibänder, Knöpfe, usw! Hier kann man bei ihr nicht nur Stoff ‘kaufen’, sondern auch Schneider-Aufträge aufgeben.  Egal ob es eine Koch-Schürze, einen Stoffbeutel, eine Hose, eine Tunika oder ein Puppenkleid ist: Sara nimmt jeden Aufrag an ;-) Zu Beginn überlegten wir uns, wie man ein Kind möglichst selbstbestimmt an eine solche Maschine heran lässt. Denn es musste gewährleistet sein, dass Sara sich nicht an der Nadel verletzt und ebenso wollten wir, dass die Nähmaschine voll und ganz funktionstüchtig bleibt. So erklärten wir ihr die wichtigsten Sicherheitsregeln und das etwas komplizierte Einfädeln des Fadens konnte sie an uns delegieren. Nun konnte sie selbständig die verschiedenen Stiche ausprobieren, was sie ziemlich langweilig fand. Sie begann lieber gleich damit, ein Kleidchen zu nähen. Eines nach dem anderen! Manchmal wurden sie zu eng, oder zu kurz, oder ein schöner Saumabschluss fehlte. . . . . . . Sie wusste, dass sie jederzeit für einen Trick fragen kommen durfte und so lernte sie einen Trick (= Nähtipp) nach dem anderen! Inzwischen näht sie Kleidchen nach selbstgemalten Schnittmuster und auch die Abschlüsse werden schon ganz schön. Es macht ihr richtig Spass!

Wir freuen uns, dass die Kinder uns immer wieder helfen, die Lernumgebung nach ihren Bedürfnissen zu gestalten!

7. März 2010

Alchemisten-Labor

Die Neugier und Freude an naturwissenschaftlichen Phänomenen und Experimenten braucht bei Kindern gar nicht erst geweckt zu werden. Im Gegenteil. Alchemisten - LaborKinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt entdecken und erforschen, egal wo sie sich befinden! Um ihrer Neugier, Faszination und Begeisterung für diese Phänomene auch im Haus drinnen gerecht zu werden, gestalten wir die Umgebung dementsprechend. Denn so war bei unseren Kindern der begehrte Lernort sehr oft die Küche, wo ein Grossteil des Materials zum Experimentieren bereits vorhanden war. Da allerdings dabei sehr oft ein ‘Bodensee’ in der Küche entstand, verlegten wir diese Wasserexperimente in die Gästedusche, wo das Wasser jeweils von selbst und ohne Überschwemmungsgefahr abfliessen kann und das Ganze im Nachhinein einfach zu reinigen ist! Dank einer einfachen Holzkonstruktion entstand die  ‘Wasserküche’, welche nebst diversen Behältern, Trichtern und Schläuchen ergänzt wurde mit Reagenzgläsern, Mit etwas Essig und Backpulver geht der Ballon von alleine auf!Sprühflaschen, Essig, Farbstoffen, Backpulver, usw. Irgendwann wurde der Platz zum Abstellen der Materialien knapp und wir kreierten ein schmales Gestell. Die ‘Wasserküche’ begann sich in ein Alchemisten-Labor zu verwandeln: Viele bedenkenlose, gut beschriftete Pülverchen wie Puderzucker, Backpulver, Maisstärke, Kreidepulver, Traubenzucker, Brausepulver, Salz, Zucker, Sand, Zitronensäure, Natriumsulfat, Natron, Curcuma und Chili, aber auch flüssige Seife, Lebensmittelfarbe, Essig, sowie Materialien wie z.B. Pipetten, Ballons, leere Gläschen und Behälter, Spritzen sowie auch Schläuche in diversen Dicken und Längen gehören dazu.

Die Kinder haben auch oft selber Ideen und holen sich ihre Zutaten in der Küche wie z.B. Zitronensaft, Apfelschalen oder Randen.

Neuerdings ergänzt ein Protokoll-Ordner unser Alchemisten-Labor, wo die Kinder ihre Versuche, Ergebnisse und Erkenntnisse eintragen und festhalten können. So wird hier nebst den genommenen Zutaten etwa der Duft, die Farbe oder die entstandene Konsistenz beschrieben und festgehalten. Immer mal wieder machen wir gemeinsam ein beschriebenes Experiment aus einem Buch, was jeweils auch spannend ist.

Persönliche Erfahrungen und der unbeschwerte Umgang mit Experimenten und naturwissenschaftlichen Phänomenen bilden die Grundlage für lustvolles Entdecken und Lernen!

5. März 2010

Kinderzimmer

Der Name dieses Zimmers sagt eigentlich nichts über den Inhalt aus. Denn da sich dieses Zimmer immer wieder verwandelt, hat es einfach noch keinen treffenderen Namen erhalten! Mal ist es ‘Hüpfzimmer’, mal Gästezimmer, mal Hüttenbauzimmer, mal Kletterzimmer, mal Puppenparadies, mal alles miteinander, usw. Zur Zeit ist es nebst Hüttenzimmer auch gerade wieder mal soweit, dass die Kinder es lieben, über den zwei Meter hoch in der Luft hängenden Balken zum Schrank zu klettern resp. balancieren.Kinderzimmer von oben Kinderzimmer mit TücherhütteDass sie dort hin klettern und es sich auf dem Schrank bequem einrichten, kommt immer wieder vor. Doch wenn wir Tendenzen feststellen, dass das ‘Hangen’ und ‘Klettern’ nicht mehr demnächst aufhören wird, dann ist der Zeitpunkt gekommen, darunter weiche Unterlagen herzurichten, einfach zur Sicherheit! Sobald allerdings die Unterlagen da sind, geht es erst so richtig los!! Nun wird noch viel wilder am Balken herum geturnt und gehangen, am Seil Kunststücke ausprobiert oder vom Balken runter gesprungen und innerhalb kürzester Zeit wird das Zimmer wieder in ein ‘Hüpfzimmer’ umfunktioniert! Verschnaufpausen gönnen sie sich in der Tücherhütte, wo das Spiel meistens in Form von Rollenspielen fortgesetzt wird!

4. März 2010

Mandala-Galerie

Aus einem langen Brett von einem Notbett aus dem Luftschutzkeller (!) ist ein Mandala-Tisch entstanden. Als wir im ganzen Haus alle Farben zusammen suchten und sortiert in die Töpfchen stellten, staunten wir nicht schlecht! Es war uns gar nicht bewusst gewesen, dass wir überhaupt so viele Farben mit so unterschiedlichen Farbtönen haben! In der Mandala-Galerie halten sich die Kinder sehr oft vor dem Schlafen auf.

Mandalagalerie

Dann wird entweder ein Mandala ausgemalt, gezeichnet oder Tagebuch geschrieben. Dabei reflektieren sie oftmals den Tag und erzählen, wie sie sich in verschiedenen Situationen gefühlt haben. Doch auch tagsüber kommt es vor, dass sich eines der Kinder in die Mandala-Galerie zurückzieht und sich dort beim Malen zu sanfter Musik verweilt. Es hat in dieser Galerie auch Bücher, welche ‘Schritt-für-Schritt’ Anleitungen beinhalten um etwas Bestimmtes zu zeichnen. Diese werden meistens nur dann gebraucht, wenn das Zeichnen des gewünschten Objektes nicht so entstehen will, wie sie es sich vorgestellt haben! 

Die Mandala-Galerie ist für alle ein Ort der Ruhe.

3. März 2010

Handwerker-Ecke

Als unser Sohn Nalin begann, Papa’s Handwerker-Kiste auszuräumen und mit den Werkzeugen unser Handwerker-EckeHaus zu erkunden, war der Zeitpunkt reif für eine Handwerker-Ecke!  In einer ungefährlichen Ecke des Hauses (im Wohnzimmer ;-() richteten wir für ihn Material her, um mit Nägeln in allen Grössen, mit Hammer, Schrauben und Schraubenzieher, Gummibändern, Feilen, Schleifpapier, Meter, Restenholz, usw. experimentieren zu können, ohne dass wir um unser Haus zu bangen brauchten! Schliesslich faszinierte die fertige Handwerker-Ecke aber nicht nur Nalin, sondern auch seine beiden Schwestern. Abgesehen von den phasenweise ‘nicht enden wollenden hammerschlagenden Geräuschen’ sind auch wir Eltern fasziniert, wie jedes unserer Kinder mit völlig unterschiedlicher Motivation an diese Werkzeuge herangeht und ausprobiert. So ist es bei dem einen Kind die pure Freude am rhythmischen Hämmern, beim anderen ist es, weil es einen Gegenstand für ein Rollenspiel braucht und wieder beim anderen, weil es in die Rolle eines Handwerkers schlüpft!

Momentan haben wir die Handwerker-Ecke aus Platzgründen in den Wintergarten verlegt, da inzwischen fast das gesamte Material vom Bauraum von dort in den Wohnbereich verlegt wurde.

So lassen wir uns von den Kinder immer wieder den Weg zeigen, wie wir die Lernumgebung gestalten können und bis jetzt hat es immer funktioniert!